Sagen der Camuri Lesende|r anwesend
  Startseite
    Neuestes/Mitteilungen
    ---Sagen---
    ---Personen---
    ---Rituale---
    ---Hierarchie---
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 
Links
   ©by Niky

©by Niky

https://myblog.de/camurac

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
[Im Turmzimmer eines Fürsten, eine sehr wichtige Person (weiblich), bisher ohne richtigen Namen (hier mal "Senait") hat den Plan, mit weiblichen Waffen irgendwas aus dem Fürsten ("Fred") rauszukriegen - frag mich nicht was ^^ Nuja... ließ wies ausgeht. Und ja, ich fühl mich grad kreativ...halbe Flasche Wein +hust+]


Senait wich langsam zurück. Wie hatte er das herausgefunden? Sie hatte sich doch eigentlich nicht anmerken lassen...
Hinter sich spürte sie die Mauer und rutschte an ihr entlang zur Seite. Dort irgendwo musste doch das Fenster sein, die Lücke in der Mauer, die in die Freiheit führte. Rund um den Turm führte ein schmaler Sims, auf dem sie entkommen konnte, wenn sie ihn nur rasch genug erreichte. Aber der Fürst kam ihr näher und ihr Körper reagierte nicht auf ihren Wunsch nach Flucht. Quälend langsam bewegte sich jeder einzelne Muskel, bis schließlich ein sanfter Luftzug durch ihr Haar fuhr. Sie hatte das Fenster erreicht. Sie musste sich nur umdrehen, heraussteigen und auf den Sims klettern, es war ganz einfach.
Fred kam mit einem gezogenen Dolch auf sie zu.
"Freiheit gefällig? Das kann ich dir bieten!"
Senait spürte einen starken Druck auf ihrer Brust, der sie unwiderstehlich nach hinten drückte. Ihr Mund öffnete sich zu einem lautlosen Schrei, während sie mit ausgestreckten Armen nach hinten durch die Lücke in der Mauer fiel. Hatte jemand die Steine an dieser Stelle vergessen? An der Höhe des Turms hätten sie sparen können, dann wäre diese Lücke aufgefüllte gewesen.
Hart schlug sie auf dem Wasser auf. Der Fluss, der zur Verteidigung der Burg diente, rettete ihr Leben, für den Moment wenigstens. Eiskalt drang es in ihre Lungen ein, aber ihre Arme und Beine begannen von alleine mit Schwimmbewegungen. Das konnte sie noch, auch wenn ihr Kleid wie Blei an ihr hing. Sie musste das Ufer erreichen, irgendwie an den seichten Strand kommen. Langsam zog die Kälte die Kraft aus ihren Gliedern.

Jon hatte alles gesehen. Jetzt stand er wartend am Ufer, nur noch mit seiner Hose bekleidet und hielt nach Senaits Körper ausschau. Er durfte sie nicht verfehlen. Er hatte versprochen, ihr zu helfen.
Da war sie, ein farbiger Fleck im grau der Fluten. Mit kräftigen Zügen schwamm er zu ihr und zog sie an Land. Sein Lager samt Feuer war nur wenige Meter entfernt.
Rasch zog er ihr das nasse Kleid aus. Erstaunlicherweise war sie noch soweit bei Besinnung, um einen gewissen Widerstand leisten zu können. Nachdem er sie in sein trockenes Hemd gewickelt hatte, nahm Jon Sinait in die Arme und wärmte sie durch seinen Körper und das Feuer.
Irgendwann schlief er, an die kalte, zitternde Puppe geschmiegt, ein. Die durchwachten Nächte zuvor hatten sich bemerkbar gemacht.

Als Sinait erstarrte, als sie den warmen Körper bemerkte, der seine Arme um sie geschlungen hatte. Um sie herum war es dunkel. Wie schon zuvor, lähmte die Angst ihre Glieder, wodurch das Gefühl von Bedrohung noch mehr anstieg. Als wäre es schwere Arbeit sog sie Luft durch die Nase ein und atmete langsam wieder aus. Sie durfte nicht wieder den Verstand verlieren.
Alles langsam, eins nach dem anderen.
Sie spürte rauhen Stoff auf der Wange. Ein Mantel? Die Arme die sie umfingen berührten sie nicht unschicklich.
Vorsichtig zog sie den Mantel vom Kopf und drehte den Kopf nach hinten. Jon. Schlafend.
Sinait löste sich vorsichtig aus der Umklammerung und stand auf. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie außer einem Hemd nichts trug. Schnell hob sie den Mantel auf und hüllte sich darin ein, dann spähte misstrauisch in die Runde. Die Morgendämmerung würde bald anbrechen, im Osten war der Himmel bereits kaum merklich heller geworden. Der Platz auf dem das Lager war, befand sich mitten in einem Gebüsch, in dem scheinbar von Hand eine kleine Lichtung freigemacht worden war. Dahinter hörte sie den Fluss. Sie setzte sich ans Feuer, auf ihr immer noch nasses Kleid und sah zu Jon.
Er hatte sie also gerettet? Oder auch ihr auch noch anderes angetan? Wie weit konnte sie ihm trauen, wenn er doch ein Mann war und kein gefühlloser Übermensch wie Lainon?
Beinahe schämte sie sich für ihre Gedanken als sie sah, wie Jon sich, ohne Hemd und Mantel, im Schlaf weiter zusammenrollte und näher ans Feuer rutschte.
Nein. Sie konnte keinem trauen. Sie durfte sich nicht wieder in diese absolute Abhängigkeit begeben. Sie durfte nicht wieder ihr Bewusstsein verlieren.
Mit diesem Gedanken legt sie sich auf die Seite und schlief ein.
1.1.07 01:23


Komplett aus der Reihe

Ich bin mir ja noch lange nicht einig, ob da einer meiner Hauptchars sterben soll oder nicht, aber ein paar mehr oder weniger spektakuläre Szenen hab ich schon *lol*

Nr.1: frag mich nicht, wie es zu sowas kommen könnte, die Szene ist einfach so wie sie ist ^^

Lainon war bisher der Meinung gewesen, mit seiner Schnelligkeit und Ausdauer jede Überlegenheit des Gegners an Kraft ausgleichen zu können. Nun wurde er eines besseren belehrt. Denn sein Gegner war nicht nur stärker als er, sondern auch sehr schnell. Und Müdigkeit war ihm kaum anzumerken. Natürlich nicht, Lainon hatte es ihm schließlich selbst beigebracht, von Kindesbeinen an. Aber der Schüler war im Gegensatz zum Lehrer kräftig gebaut und muskelbepackt.
Das Schwert beinahe locker in der rechten Hand haltend umkreiste Jon seinen alten Freund. Er beobachtete seine Augen und den schlanken Oberkörper, an dem sich jede Bewegung eines Muskels deutlich bemerkbar machte. Im Moment hob und senkte sich der Brustkorb nur gleichmäßig in einem langsamen Rhytmus. Lainon schien nie müde zu werden, oder auch nur außer Atem zu geraten. Aber das würde ihm nichts nützen, den irgendwann kam der Punkt, an dem die Stärke siegte. Möglicherweise war er schon nah.
Lainon ahnte den nächsten Schlag ehe er ihn sah und parierte ihn dicht am Körper. Aber er hatte sich verschätzt. Das Heft wurde ihm fast aus der Hand geschlagen, aber er bekam die Klinge gerade noch rechtzeitig nach oben, um einen zweiten Schlag abzuwehren. Wie in Zeitlupe sah er, wie Jons Klinge beidhändig geführt auf seine traf und nach vorne, an seiner entlang auf ihn zu rutschte. Er müsste seinen Schwertarm senken und nach rechts bewegen, die Stahlspitze, die so bedrohlich auf ihn zukam, wenigstens von seiner Brust weg bewegen. Aber seine ganze linke Seite war verkrampft und gehorchte seinen Befehlen nichtmehr. Nichts gehorchte ihm mehr.
Jon sah ein kurzes Aufflackern von Furcht in Lainons Augen und fühlte beinahe, was im Körper seines Lehrers durch das Schwert des Schülers angerichtet wurde.
Die Spitze berührte die Haut des nackten Oberkörpers, zerschnitt sie und es war Lainon, als könne er einzeln spüren, wie die Fasern, die ihn am Leben hielten, zerrissen. Eine viertel Drehung der Klinge und sie bewegte sich wieder nach draußen. Sie nahm sein innerstes mit, so schien es ihm. Sein Schwert wurde ihm aus der Hand geschlagen. Tausend Mal ausgeführt, tausenden Übungen gelernt. Er fiel auf die Knie und wurde innerlich ruhiger. Fast schon neugierig betrachtete er das Blut, das in kleinen Schüben aus der Wunde kam, über seine Hand lief und schließlich zu Boden tropfte.
"Schau mal Jon", flüsterte er. "Es ist dunkler als deins, oder? Nicht ganz so flüssig..."
Jon warf sein Schwert zur Seite und hockte sich neben ihn. Sanft legte er seinen Arm um Lainon und zog ihn an sich.
"Ich habe schon viel Blut gesehen, aber noch nie mein eigenes, wie es so aus mir heraus fließt. Das sollte es nicht... es sollte bleiben wo es ist."
Jon erwiederte nichts. Er merkte, wie Lainons Körper schwerer wurde und hielt ihn schließlich so im Arm, dass er ihn ansehen konnte. Plötzlich sah er, wie sich seine Augen zu einem tiefen, glitzernden smaragdgrün färbten.
"Jon, ich habe solche Angst" Ein kaum hörbares Flüstern, in dem sich alles widerspiegelte, was Jon nicht erwartet hatte. 'Letztlich haben doch alle Todesangst', dachte Jon, 'sosehr sie den Tod auch suchen.'
Mit der freien Hand fuhr er sanft über Lainons Haare, den Hals entlang über den eisernen Ring und über den blutüberströmten Oberkörper. Deutlich spürte er die Rippen unter der Haut. Lainon war dünn. Kein überflüssiges Gramm war an seinem Körper, dafür viele Gramm zu wenig an dem, was notwendig war, um ein Schwertkämpfer zu sein, hätte man meinen können. Der ganze Körper war ein einziger Muskel, ausgebildet für seine Zwecke.
Wortlos drückte er den beinahe leblosen Körper ansich. Lainon konnte ihn nichtmehr spüren, aber vielleicht linderte es den Schmerz seines Geistes, wenn er sah, wie die beiden Körper in einer altbekannten Position verharrten. Nur war es sonst immer Lainon gewesen, der Jon hielt, wenn er als kleiner Junge sich verletzt hatte.
Jon trauerte um den verlorenen Freund und darum, dass er ihm keinen schnellen Tod, ohne die Qualen des Geistes hatte schenken können. Aber er bedauerte seine Tat nicht. Seit langem schon war dieser Weg vorgezeichnet gewesen und er hatte es geahnt, ohne es gewusst zu haben. Es waren ihnen beiden einfach zuviele Fehler unterlaufen.


SCHLUSS AUS ENDE BASTA muss gleich heulen ^^ auch wenns vll geschrieben nicht so scheint, ich habe gerade versucht dich an einem Filmende teilhaben zu lassen, gegen das der Untergang der Titanic ein Happy End ist *g*
30.4.06 00:35


[Ja, es war ein Streit, und soweit er es verstand und mit seinem Wissen über diese Wüstenstämme ergänzte ging es dabei um sein Leben, das offensichtlich in der Hand des Jungen lag.]

"Ohne dieses Balg hätten wir das Problem nicht!"
"Dieses "Balg" ist mein Sohn und ohne ihn hättest du heute kein Fleisch zum Essen."
"Wenn ich den Stamm retten könnte, indem ich auf das Fleisch verzichte, würde ich ein ganzes Jahr und länger hungern - das ist etwas was du deinem Sohn hättest beibringen sollen. Erst der Stamm, dann sein dämliches Spielzeug!"
"Aber er ist doch ein Mensch..." leise und trotzig erklang die Stimme des Jungen.
"Ein Mensch der der Grund dafür ist, wenn die Haut deiner Schwester morgen zum Trocknen an einem Baum in den Bergen hängt." Ein unterdrücktes Schluchzen ertönte.
Lainon schwankte mit hämmerndem Kopf auf den Ausgang des Zeltes zu und konnte die Umrisse des Jungen sehen, der vor der Tierhaut stand, welche als Tür diente. Vorsichtig schob er sie mit der linken Hand zur Seite, schob sich nach draußen und ging in die Hocke, um den weinenden Jungen in den Arm zu nehmen. Dieser drehte sich ihm zu, schlang ihm seine kurzen Arme um den Hals und legte seinen Kopf an seine Schulter.
Lainon spürte, wie die Tränen des Jungen auf seine Schulter tropften und streichelte ihm beruhigend den Kopf. Seine Augen hatter er zum Schutz gegen die Sonne geschlossen, aber er wusste, dass er feindselig beobachtet wurde. Natürlich, er hatte schließlich eine Geisel in der Hand. Aber soweit hatte er gar nicht gedacht.
Ohne sein Verhalten dem Jungen gegenüber zu ändern öffnete er die Augen und starrte die Männer kalt an, die sich hier versammelt hatten. Er ignorierte die stechenden Schmerzen in seinen Augen, die die Sonne verursachte, und sagte mit heiserer Stimme schwerfällig in ihrer Sprache: "Entweder ihr haltet euch an eure Gesetze oder ihr tut es nicht, aber ihr hättet den Jungen erst fragen sollen, nachdem ihr euch entschieden habt."
Der Junge hatte plötzlich aufgehört zu weinen und starrte ihn entsetzt an.
"Du darfst nicht aufstehen, du musst liegen bleiben!" Mit diesen Worte packte er Lainon am Unterarm und zog ihn ins Zelt.
Wem von den Männern die plötzlich flackernden Lider und die angespannten Muskeln im Bereich des Oberkörpers des Fremden aufgefallen waren, der hatte möglicherweise gesehen, dass der Junge den rechten, notdürftig geschienten Arm gepackt hatte. Dem Jungen war es nicht aufgefallen. Lainon folgte ihm ohne einen Laut und war mehr als dankbar, dass er sich wieder hinlegen konnte. Er hätte nicht aufstehen sollen. Vorher war sein Kopf wieder einigermaßen klar gewesen, jetzt kam es ihm vor, als stünde er am Rand einer Ohnmacht.
Auch seinem kleinen Pfleger war jetzt aufgefallen, dass sein Blick flackerte und unstet war. Rasch trat er vom Lager weg und nahm aus einem kleinen Fass einen nassen Lappen heraus. Sorgfältig drückte er das Wasser heraus und legte ihn Lainon auf die Stirn.
"Du hättest nicht aufstehen dürfen. Ich werde hier warten und aufpassen, dass du liegen bleibst."
Er schwieg einen kurzen Moment, bevor er weitersprach. Es klang fast ein bisschen feindselig: "Wer bist du eigentlich? Und wieso wird meiner Schwester die Haut abgezogen?"
Lainon war nicht fähig, den Worten eine große Bedeutung zu schenken oder weiter über seine Antwort nachzudenken, weshalb er ohne nachzudenken antwortete.
"Lainon, Wolf des Drachenordens, zehn Jahre vogelfrei im Gebiet des Ordens."
"Ich heiße Jon." Es war kaum mehr als ein erschrecktes Flüstern. Denn jetzt wusste er mehr über seinen Verletzten als ihm lieb war. Manchmal wurde Abends von diesen Orden, zu denen auch der Drachenorden zählte, erzählt; von grauenhafte Riten war dort die Rede. Er musste es seinem Vater sagen, er musste zugeben, dass er sich getäuscht hatte und ... aber dazu war es zu spät. Er hatte den Fremden bereits aufgenommen, ihn gepflegt, ihm zu essen gegeben. Er war in seinem Besitz und er war verpflichtet ihn zu schützen.
Ein Geräusch kam vom Eingang. Erschrocken drehte Jon sich um. Seine Mutter kam herein und setzte sich neben ihm auf den Boden.
"Was ist los? Du siehst aus als hättest du ein Gespenst gesehen. Das ist doch nicht der erste Kranke, den du Pflegst."
Ängstlich sah Jon sie an. "Aber er ist aus dem Drachenorden... und vogelfrei!"
Sie hätte lachen wollen, aber als sie den gequälten Blick ihres Sohnes sah, nahm sie ihn in die Arme.
"Aber das wussten wir doch. Deshalb wollten sie ihn nicht in den Stamm aufnehmen, sondern haben überlegt ihn auszuliefern. Siehst du nicht den eisernen Ring den er um den Hals trägt? Das ist das Zeichen des Drachenordens. Und die Brandzeichen auf seinem Körper? Aber was die bedeuten kann ich dir auch nicht sagen. Und jetzt kümmer dich wieder gut um ihn. Du brauchst keine Angst vor ihm haben, er wird dir nichts tun. Außerdem wird er jetzt erstmal eine Weile schlafen." fügte sie noch hinzu, als sie wieder den unsicheren Blick sah. Jon nickte und besah sich Lainons Körper genauer. Natürlich hatte er die Brandnarben gesehen, und den Ring sowieso. Er hatte nur gedacht, dass das Schmuck wäre, nicht das Zeichen eines gefährlichen Verbandes.


genug für heute, bin tierisch müde -.-
28.4.06 23:57


Und auch mehr oder weniger an das letzte, nur halt mit Absatz ^^

Lainon öffenete leicht die Augen und blinzelte vorsichtig ins Halbdunkel hinein. Er erkannte nur unscharfe Umrisse, die immer wieder verschwammen, bis sich das Gesicht eines Jungen über ihn beugte, der etwas zu ihm sagte und ihm etwas zum Trinken einflöste. Seine Worte drangen wie durch Watte an sein Ohr und er konnte ihn erst nicht verstehen. Sehr langsam setzte sich sein Gehirn in Bewegung, wiederholte die Worte und erkannte schließlich etwas Bekanntes in ihnen. Langsam, ganz langsam konnte er die fremde Sprache übersetzen. Es war zwar ein ihm unbekannter Dialekt, aber schließlich kam er auf "Trink das und schlaf weiter. Die Heilfrau hat gesagt, dass du schlafen musst." Natürlich, was hätte er auch sonst sagen sollen. Der Junge war längst wieder nach draußen gegangen - aus dem Zelt heraus. Das hatte er herausgefunden, nachdem der Trunk ihm auf merkwürdige Weise den Blick geklärt hatte. Er befand sich wohl bei einem Nomadenstamm, der sich am Rand der Wüste aufhielt.
Er versuchte einem Streit vor dem Zelt zu folgen, nachdem er die helle Stimme des Jungen gehört hatte. Ja, es war ein Streit, und soweit er es verstand und mit seinem Wissen über diese Wüstenstämme ergänzte ging es dabei um sein Leben, das offensichtlich in der Hand des Jungen lag.


....ok, bald weiter, keine Zeit mehr -.-
10.4.06 22:52


Ich denk, ich kann vll bald was zu den Sagen schreiben... da formt sich was konkretes in meinem Hirn *g*

Das folgende schließt sich direkt an das vorherige an, deshalb hab ich den letzten Satz nochmal kopiert.

[Er blickte zu einem der beiden Männer hinüber, der ihm daraufhin zunickte und sein Kamel etwas zur Seite lenkte, um das Tal, das sich wie ein Riss zurch den Boden zog, an einer flacheren Stelle zu durchqueren.]

"Davorne bin ich hochgeklettert", sagte Jon und zeigte ein Stück vorraus auf einen Abschnitt des Abhanges, der etwas leichter zu begehen war. Sein Vater trieb das Kamel in diese Richtung und ließ es sich hinlegen. Er stieg ab und ließ das als Zügel dienende Seil auf den Boden hängen, bevor er seinen Sohn herunterhob. Ihr zweiter Begleiter, ein Onkel von Jon, stieg bereits in die Schlucht hinunter und nahm dabei aufmerksam die Umgebung in Augenschein. Mit seinen scharfen Augen hatte er schnell die Spur entdeckt, die zu der Höhle führte.
Jon folgte ihm rasch, da er seine Position als Führer nicht so leicht preisgeben wollte, überholte ihn und lief den beiden Älteren vorraus in die Höhle, in der er den Fremden gefunden hatte. Wenige Schritte hinter dem Eingang hielt er inne, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen und wandte sich zur Seite, wo die Gestalt vorher gelegen hatte. Aber dort war nur noch der blanke Fels.
Als er die Hand seine Vaters auf der Schulter spürte drehte er sich leise um und flüsterte, als ob er sich in der Höhle eines wilden Tieres befände: "Papa, er war wirklich hier! Da ist er gelegen!"
Statt einer Antwort ging sein Vater nur ein paar Schritte weiter, sah sich um und fand einen weiteren Nebenarm der Höhle. Und tatsächlich fanden sie den Fremden schließlich in fast vollkommener Dunkelheit sitzend gegen den Fels gelehnt. Der Kopf lag Kraftlos an der Wand, die Augen waren zwar halb geöffnet, aber er zeigte keinerlei Reaktion. Der rechte Arm lag in einer Art Schonhaltung in seinem Schoß, umklammert von der linken Hand.
Weshalb der Fremde sich trotz seiner schlechten Verfassung von seinem alten Platz fortbewegt hatte konnte Jon sich nicht erklären, aber es sah fast so aus, als hätte er sich den besten Platz ausgesucht, um die Höhle im Auge zu behalten und sich im Notfall zu verteidigen.
Nachdem sein Vater den Verletzten für bewusstlos erklärt hatte näherte sich ihm auch John vorsichtig. Er ging neben ihm in die Knie und horchte auf den flachen, unregelmäßigen Atem. Dann strich er ihm sanft die Haare aus dem Gesicht. Dabei hatten sich seine Augen schon soweit an die Dunkelheit angepasst, dass er junge Gesichtszüge erkennen konnte. Im Hintergrund, etwas abseits flüsterten sein Onkel und sein Vater in einem fast streitenden Ton. Er sollte es wohl nicht mitbekommen, aber dennoch verstand er etwas von "Recht", "Gesetz", "zu jung" und "sterben". Mit Schrecken erinnerte er sich an seine eigenen Worte, als er das erste Mal in der Höhle war. Es war ihr Stammesgebiet und wer sich unerlaubt dort aufhielt wurde ohne viel federlesens getötet. Andererseits hatte derjenige, der einen Fremden verletzt auffand und ihn gesund pflegte ein Recht das Leben desjenigen in Besitz zu nehmen, als Sklave oder ähnliches. Wahrscheinlich wurden hier gerade diese beiden Rechte gegeneinander aufgewogen, aber letztlich hatte er, Jon, das Recht über das Leben oder den Tod des jungen Mannes zu entscheiden. Und das hatte sein Vater wohl mit "zu jung" gemeint. Er konnte die Tragweite seiner Entscheidung nicht erkennen, denn einen Fremden in seinen Besitz aufzunehmen hieß ihn wie das eigene Hab und Gut vor Räubern und anderen Feinden zu schützen, die man ohne den Sklaven vielleicht garnicht hätte.
Sein Vater ging hinter ihm in die Hocke und legte ihm beide Hände auf die Schultern. Noch bevor er etwas sagen konnte flüsterte Jon beinahe tonlos: "Er soll leben."
Er hörte ein verächtliches Schnauben seines Onkels, der befürchtete, dass der gesamte Stamm in eine fremde Fehde hineingezogen werden könnte.
Sein Vater war etwas versöhnlicher: "Wir reden später nochmal darüber, ja? Jetzt lass ihn uns erstmal hier raus bringen."
Er hob den jungen Mann so auf wie er dalag und trug ihn nach draußen.
10.4.06 22:49


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung